Freitag, 29. Mai 2026
Verkehrslösung Mahlsdorf

Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,
nach der von der CDU-Fraktion durchgeführten Veranstaltung zur Verkehrslösung Mahlsdorf möchten wir Ihnen, wie versprochen, die dort präsentierten Inhalte sowie ein FAQ zur Verfügung stellen. Sollten Sie Gesprächsbedarf haben oder es ergeben sich weitere Fragen für Sie, dann melden Sie sich gerne bei uns.
Katharina Günther-Wünsch
030 566 97 454
post@kgwberlin.de
Nadja Zivkovic, Bezirksbürgermeisterin
030 902 932 001
buero.nadja.zivkovic@ba-mh.berlin.de
1. Warum ist die Verkehrslösung Mahlsdorf notwendig?
Der Verkehr, der durch den historischen Ortskern in Mahlsdorf zwischen B1/B5 und derBahnhofsunterführung fließt, muss dringend neu sortiert werden. Bisher zwängen sich dieStraßenbahn, der Individualverkehr (16.000 Autos pro Tag) und die Radfahrer durch denviel zu engen nördlichen Teil des Hultschiner Damms und die Hönower Straße von der B1bis zum Bahnhof Mahlsdorf. Jeder Verkehrsteilnehmer hat dadurch Nachteile. DieStraßenbahn kann nur eingleisig fahren und schafft deshalb nur einen 20-Minuten-Takt.Die Autos stehen, insbesondere im Berufsverkehr, häufig im Stau, was zuSchleichverkehr/Umgehungsverkehr durch die ruhigen Nebenstraßen führt. Die Radfahrerwiederum haben keinen gesicherten Radweg und müssen sich ebenfalls in diesen für siegefährlichen „Flaschenhals“ begeben. Die Trennung der Verkehrsformen schafft Raum,eine bessere Durchflussgeschwindigkeit und Sicherheit für alle Verkehrsformen.
2. Wie sehen die beiden diskutierten Varianten aus?
2.1 Vorzugsvariante (Senats-Variante)
Bei dieser Planung handelt es sich um die von der Senatsverwaltung für Verkehr über Jahre favorisierte und auch schon begonnene Planung. Nach dieser Planung wird vom Hultschiner Damm in Höhe des Gutsparks Mahlsdorf eine neue Straße abzweigen, die über die B1, am Edeka vorbei an der neuen Oberschule vorbeiführt. Anschließend wird die Straße über die Pestalozzistraße zurück auf die Hönower Straße verlaufen. Der dann autofreie Abschnitt des Hultschiner Damms und der Hönower Straße (Anliegerverkehr ausgenommen) wird für eine zweigleisige Strecke der Straßenbahn genutzt werden, wodurch sich ein 10-Minuten-Takt realisieren lässt. Die Endhaltestelle wird von der derzeitigen Wendekehre in der Treskowstraße direkt unter den Bahnhof verlegt, dazu muss der Bereich um die Fahrradabstellanlagen unter der Bahnbrücke verschmälert werden.
2.2 Planungsidee (Bürgervariante)
Dabei handelt es sich um die von den Anwohnern, der Akteursrunde Mahlsdorf, dem Bezirk und uns als CDU, aber auch der örtlichen SPD bevorzugte Variante.
Nach dieser Planung sollte die Tram auf dem Hultschiner Damm in Höhe des Gutsparks Mahlsdorf in Richtung der neuen Oberschule geführt werden. Die Gleise wären gegenüber des Gutsparks Mahlsdorf mit einer neuen Abzweigung an der ISS Mahlsdorf vorbei und anschließend über die Pestalozzistraße zurück auf die Hönower Straße geführt worden. Auch in dieser Variante wäre ein 10-Minuten-Takt der Tram realisierbar. Vor der neuen Oberschule hätte zugleich für die Schüler eine Tramhaltestelle entstehen können. Die Hönower Straße hätte in dieser Version allein den Autos zur Verfügung gestanden. Durch den Wegfall der Gleise und der Haltestellensituation neben Roller an der B1/B5 wäre zusätzlicher Verkehrsraum gewonnen worden. Hier hätten wir eine Abbiegespur für sinnvoll gehalten, um mehr Autos über die Grünphasen der großen Kreuzung zu leiten und die Rückstaugefahr zu verringern.
Die Planungen für die Endhaltestelle wären identisch gewesen. Sie wäre auch in dieser Variante aus der derzeitigen Wendekehre in der Treskowstraße unter den Bahnhof verlegt worden. Dazu hätte der Bereich um die Fahrradabstellanlagen unter der Bahnbrücke verschmälert werden müssen
2.3 Wurden noch weitere Varianten geprüft?
Insgesamt wurden vier Strecken in diversen Optionen in die Überlegungen einbezogen. Sie lassen sich auf dieser Grafik der SenUVK aus dem Jahr 2018 nachvollziehen.

3. Wie verlief die bisherige Diskussion zur Verkehrslösung Mahlsdorf?
Die Planungen zur Verkehrslösung Mahlsdorf reichen weit über 15 Jahre zurück. Nach Angaben der Verkehrsverwaltung sogar bis ins Jahr 1992. Das Hauptanliegen war seit jeher, einen 10-Minuten-Takt der Tram bis zum Bahnhof Mahlsdorf hinzubekommen. Im Jahr 2007 wurden erste Studien und ein Linienprüfungsverfahren durchgeführt sowie Überlegungen angestellt, wie eine sinnvolle Entlastung möglich ist. Es folgten in den darauffolgenden Jahren weitere Machbarkeitsstudien für den sogenannten „Neuen Hultschiner Damm“. Leider waren sich damals der Senat und der Bezirk in der Frage zur Ausgestaltung des Vorhabens nicht einig geworden. Die Senatsverwaltung für Verkehr will die Autos über eine neu entstehende Straße gegenüber vom Gutspark Mahlsdorf durch das Gewerbegebiet führen und über die Straße „An der Schule“ in den Ortskern leiten. Die Hönower Straße soll dafür ausschließlich für die Tram genutzt werden, die dann zweigleisig fahren könnte. Der Bezirk hatte diese Situation immer kritisch gesehen – und wir als CDU ebenfalls. Auch Abgeordnetenkollegen anderer Parteien bevorzugten schon zur damaligen Zeit eine andere Variante, darunter Iris Spranger und Jan Lehmann (beide SPD) und Stefan Ziller (Grüne). In der Folge wurde auch eine umgekehrte Streckenführung in die Prüfung einbezogen, die sogenannte Planungsidee. Im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit gab es diverse Anwohnerveranstaltungen, darunter zwei große Termine in den Jahren 2018 und 2019. Die zahlreichen Hinweise und Wünsche der versammelten Anwohner wurden damals von der Verkehrsverwaltung unter Verantwortung der Grünen zur Kenntnis genommen, jedoch bei der weiteren Planung nicht berücksichtigt.
4. Wie ist der aktuelle Stand der Planung?
Die Planfeststellungen von neuer Straßenverbindung einerseits und dem Tramverlauf andererseits sind zwei unterschiedliche Verfahren. Die Straße plant der Senat. Der Tram-Ausbau wird von der BVG als Bauvorhabenträgerin selbst geplant.
4.1 Planungsstand Straße
Für den Straßenbau hat im September 2023 mit der öffentlichen Auslegung der Planungsunterlagen offiziell das Planfeststellungsverfahren in der Vorzugsvariante (Autos entlang der Oberschule) begonnen. Nach aktuellem Stand ist mit einem Baubeginn beim Straßenbau für die Verkehrslösung Mahlsdorf frühestens ab 2028 zu rechnen. Eine Inbetriebnahme könnte frühestens 2030 erfolgen. Voraussetzung dafür ist der rechtswirksame Planfeststellungsbeschluss (keine Klagen).
4.2 Planungsstand Tram
Die BVG hatte bereits im November 2024 die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens beantragt. Die entsprechenden Unterlagen wurden eingereicht und mussten im weiteren Verlauf der Prüfung überarbeitet werden. Im März 2026 wurden die von der BVG überarbeiteten Unterlagen an die Anhörungsbehörde (Sen MVKU) übergeben. Die BVG hat die Planunterlagen für den Aus- und Neubau der Straßenbahn im Ortskern Mahlsdorf bei der Anhörungsbehörde (SenMVKU) mit der Bitte um Feststellung des Plans eingereicht. Dies ist die Grundlage dafür, dass die Straßenbahn gebaut werden darf (Baugenehmigung). Die Eingereichten Unterlagen erfüllen derzeit noch nicht alle Anforderungen, die an Planfeststellungsunterlagen gestellt werden. Sie werden derzeit von der BVG überarbeitet. Sobald auslegungsreife Planunterlagen vorliegen, beginnt das Anhörungsverfahren. Hierbei handelt es sich um ein gesetzlich festgelegtes Verfahren. Die Unterlagen werden für einen Zeitraum von einem Monat öffentlich zur Einsicht ausgelegt. Die Auslegung des Plans erfolgt im Bezirk. Im Auslegungszeitraum werden die Unterlagen auch digital einzusehen sein. Der Ort und der Zeitraum, in dem die Planunterlagen eingesehen werden können, wird im Amtsblatt als auch in der Tagespresse bekannt gegeben. Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, kann innerhalb einer festgelegten Frist bei der Anhörungsbehörde Einwendungen gegen das Vorhaben erheben. Die Einwendungen werden in einem anschließenden Termin öffentlch erörtert. Die Länge eines Planfeststellungsverfahrens hängt stark von den vorgebrachten Einwendungen ab. Die vorgetragenen Einwendungen werden geprüft und müssen, sofern diese gerechtfertigt sind, mit dem Plan in Einklang gebracht werden. In der Regel dauert ein Planfeststellungsverfahren zwei Jahre oder länger, je nachdem, wie stark sich die vorgetragen Einwendungen auf die Planung auswirken.“) Der Bau und die Inbetriebnahme der Tramstrecke hängen wesentlich von der Dauer des gesamten Planfeststellungsverfahrens ab. Ein Planfeststellungsbeschluss ist notwendig, um Baureife zu erlangen und die Maßnahme anschließend umsetzen zu können. Der Baubeginn für die Straßenbahn ist erst mit Inbetriebnahme der Straße An der Schule vorgesehen. Ein aktueller Zeitplan liegt derzeit noch nicht vor. Aussagen zum Zeitplan sind aufgrund der notwendigen erneuten Überarbeitung der Planfeststellungsunterlagen nicht möglich.
5. Wie soll sichergestellt werden, dass es nicht zu Schleichverkehr durch das Musikerviertel kommt?
Die Verkehrsverwaltung geht davon aus, dass der Verkehr sich grundlegend über die Hauptverkehrsstraße abwickeln wird. Fahrtweg, Fahrtdauer und Reisegeschwindigkeit seien die entscheidenden Faktoren für die individuelle Auswahl der Strecke. Wege durch das Musikerviertel wären demnach laut Einschätzung der Verwaltung als potenzielle Schleichwege unattraktiv. Zudem sind zusätzliche Maßnahmen im Nebenstraßennetz durch den Bezirk möglich, zum Beispiel Einfahrverbote, Einbahnstraßen- oder „Anlieger frei“-Regelungen. Im Zuge der aktuellen Planungsgespräche nimmt der Bezirk darauf Einfluss, dass ein Abzweigen von der neuen Straßenverbindung in das Musikerviertel nicht ermöglicht wird. Da es sich dabei auch um das Nebenstraßennetz handelt, kann der Bezirk auch im weiteren Verlauf maßgeblich diese Entscheidung beeinflussen.

6. Welche Maßnahmen zur Sanierung der Wasserleitungen in der Hönower Straße werden im Zuge der Verkehrslösung Mahlsdorf durchgeführt?
Die Fahrbahn und die darunter liegenden Wasserleitungen in der Hönower Straße sind in einem sehr schlechten Zustand. Die Straße ist in ihrer Konstruktion (Deckschicht Asphalt mit unterschiedlichen Tragschichten zum Teil auch Großpflaster) für den enormen Verkehr nie bemessen worden. Im Zusammenhang mit der Verkehrslösung Mahlsdorf ist eine grundlegende Sanierung der Straße vorgesehen.
Auch die Wasserleitungen unter der Hönower Straße sind in einem sehr kritischen Zustand und hatten zuletzt mehrfach zu havariebedingten Sperrungen geführt. Im Zusammenhang mit der Verkehrslösung Mahlsdorf werden durch die Berliner Wasserbetriebe umfangreiche Maßnahmen zur Sanierung der Wasserleitungen geplant. Insgesamt werden gut 20 Millionen Euro in die Sanierung der Wasser- und Abwasserleitungen als auch der Regenentwässerung investiert. Die Durchführung wird im Rahmen der ohnehin erforderlichen Baumaßnahmen koordiniert erfolgen und zwischen den Beteiligten abgestimmt.
Folgende Maßnahmen sind nach aktuellem Planungsstand für den Netzausbau in der Hönower Straße vorgesehen (Investitionsvolumen: ca. 15,5 Mio. €):
- Neubau von Straßenentwässerungsanlagen (Pumpwerk, Regenwasserkanäle, Schächte und Straßenabläufe)
- Umverlegung von Straßenentwässerungsanlagen in neue Trassen
- Erneuerung und Instandsetzung von Straßenentwässerungsanlagen (Regenwasserkanäle und Schächte sowie Straßenabläufe)
- Umverlegung von Schmutzwasseranlagen in neue Trassen
- Erneuerung und Instandsetzung von Schmutzwasseranlagen (Schmutzwasserkanäle und Schächte)
- Umverlegung von Trinkwasseranlagen in neue Trassen
- Erneuerung und Instandsetzung von Trinkwasseranlagen (Hauptleitungen, Versorgungsleitungen)
- Neubau von Abwasserdruckrohrleitungen
Folgende Maßnahmen sind nach aktuellem Planungsstand für den Netzausbau in Straße an der Schule vorgesehen (Investitionsvolumen: ca. 6,5 Mio. €):
- Neubau von Straßenentwässerungsanlagen (Regenwasserkanäle, Schächte und Straßenabläufe)
- Erneuerung und Instandsetzung von Schmutzwasseranlagen (Schmutzwasserkanäle und Schächte)
- Sanierung und Instandsetzung von Straßenentwässerungsanlagen (Regenwasserkanäle und Schächte sowie Straßenabläufe)
- Erneuerung und Erweiterung von Trinkwasserhauptleitungen
7. Ist es noch möglich, die Planung des Senats anzuhalten und die Verkehrslösung Mahlsdorf neu zu planen?
Ja, das wäre theoretisch möglich. Aber dies wäre aus unserer heutigen Sicht mit unverhältnismäßigen Umplanungskosten und einer Reihe an negativen Konsequenzen für die Lebensqualität im Ortskern Mahlsdorf verbunden, Die damals von den Grünen und der SPD geführte Verkehrsverwaltung hat die gewählte Vorzugsvariante (Autos an der neuen Oberschule entlang, Tram durch die Hönower Straße) über viele Jahre hinweg weiterverfolgt. Andere Ansätze und die im Beteiligungsprozess deutlich artikulierten Einwände vieler Anwohner fanden dabei in deren Abwägung kaum Berücksichtigung.
Heute ist diese Planung verfahrensrechtlich so weit fortgeschritten, dass grundlegende Änderungen faktisch einem Neustart gleichkämen. Wir würden viel Zeit und Geld verlieren und die Entscheidung wäre sehr anfällig für Klageverfahren. Auch der Rechnungshof würde sich das genau anschauen. Zudem hält das bisherige Straßennetz und die Situation der Wasserleitungen keinen weiteren Planungsaufschub von mehreren Jahren aus. Die Verwaltung prognostiziert eine Verzögerung um weitere sechs Jahre nur in der Planung. Unberücksichtigt sind dabei noch Baupreissteigerungen, die die ganze Maßnahme gefährden könnten.
8. Wie groß wären die möglichen Verzögerungen durch eine Neuplanung der Verkehrslösung Mahlsdorf?
Der Stopp des Planfeststellungsverfahrens und der Start der Neuplanung würden sehr viel zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen. Die Verkehrsverwaltung rechnet nach derzeitigem Stand mit einer Verzögerung von mindestens sechs Jahren, um erneut einen vergleichbaren Stand der Planung zu erreichen, wie heute. Die Wasserleitungen unter der Hönower Straße sind schon jetzt so stark sanierungsbedürftig, dass diese dann losgelöst von der Verkehrslösung Mahlsdorf erneuert werden müssten, was zu umfangreichen zusätzlichen Sperrungen führen würde. Der Planfeststellungsbeschluss und damit Baurecht würde frühestens 2032 vorliegen, eine Fertigstellung der Tramstrecke wäre frühestens 2034 möglich. Außerdem wäre ein solches Vorgehen unter Umständen auch juristisch angreifbar, wodurch ggf. weitere Verzögerungen entstehen können, die hier noch gar nicht berücksichtigt sind. Der dringend benötigte, durchgängige 10-Minuten-Takt würde ebenso lange auf sich warten lassen.
9. Hätte eine Neuplanung der Verkehrslösung Mahlsdorf zu weiteren Kostensteigerungen führen können?
Ein Planungsstopp mit anschließender Neuplanung würde zu maßgeblichen Kostensteigerungen führen. Allein die Kosten für den Bau der Straßenbahnstrecke in der Senatsvariante belaufen sich derzeit auf 45 Millionen Euro (gemäß Entwurf Bedarfsplan NVP 2026-2028). Angesichts der beständigen Kostensteigerungen rechnet die Verkehrsverwaltung mit zusätzlichen Planungskosten von mindestens 5 Millionen Euro, da annähernd alle Leistungsphasen für Straße und Tram neu ausgeschrieben werden müssten. Hinzu kommen noch die Steigerungen der Baukosten. Die 10 Prozent betreffen die Steigerung der Planungskosten, nicht eventuelle Baukostensteigerungen
10. Welche Argumente sprechen für die Vorzugsvariante des Senats bei der Verkehrslösung Mahlsdorf?
Zu den Argumenten, die FÜR die Variante des Senats sprechen, also die Führung der Tram durch die Hönower Straße, zählen aus unserer Sicht und nach sachlicher Abwägung folgende Punkte:
- Wenn die Tram wie geplant unter dem Bahnhof links neben der Fahrbahn anhalten soll, wäre bei der Variante „Tram entlang der Schule“ ein zusätzlicher Spurwechsel nötig. Die Straßenbahn würde aus der Straße „An der Schule“ über die Pestalozzistraße auf die Hönower Straße einbiegen und müsste den Autoverkehr einmal kreuzen, um dann links unter dem Bahnhof anzukommen. Eine solche Verschwenkung ist in Karlshorst zu sehen und macht im Alltag eine Reihe von Problemen für beide Verkehrsmittel. In der Variante des Senats entfällt dieses Problem, da die Straßenbahn auf der Hönower Straße vollständig links neben der Straße geführt werden kann.
- Der Berufsverkehr führt auf dem südlichen Hultschiner Damm aktuell schon nahezu problemlos an der Kiekemal-Schule (Grundschule) vorbei. Gleiche Verhältnisse würden mit der Senatsvariante an der Oberschule herrschen. Mit entsprechenden Geschwindigkeitsreduzierungen und guter Verkehrsschaltung ohne Stau (sogenannte Bedarfsampeln) können Belastungen so gering wie möglich ausfallen.
- Selbst wenn die Tram durch die Straße „An der Schule“ geführt werden würde, benötigt man eine rege genutzte Straßenanbindung für die Anlieger-Zufahrt von Edeka, dem DM und des italienischen Restaurants.
11. Hätte eine Neuplanung zu einem Scheitern der Verkehrslösung Mahlsdorf führen können?
Ein vollständiger Planungsstopp würde nicht nur im Rahmen der Neuplanung jahrelange Verzögerungen nach sich ziehen. Die Folge wären auch erhebliche Mehrkosten und rechtliche Risiken. Am Ende droht das Szenario, dass Mahlsdorf über viele weitere Jahre hinweg ohne jede Verbesserung der bestehenden Verkehrssituation bleibt. Man liefe Gefahr, hier durch weitere Diskussionen dauerhaft in eine Spirale des Stillstands zu geraten und die Mahlsdorfer am Ende ganz ohne etwas dastehen. Ohne Verkehrslösung Mahlsdorf, ohne 10-Minuten-Takt der Tram und ohne die Verbesserung der Verkehrssituation im Allgemeinen.
12. Hätte eine Neuplanung der Verkehrslösung Mahlsdorf zu weiteren Kostensteigerungen führen können?
Ein Planungsstopp mit anschließender Neuplanung würde zu erheblichen Kostensteigerungen führen. Allein die Kosten für den Bau der Straßenbahnstrecke in der Senatsvariante belaufen derzeit auf 45 Millionen Euro (gemäß Entwurf Bedarfsplan NVP 2026-2028). Angesichts der beständigen Kostensteigerungen rechnet die Verkehrsverwaltung mit zusätzlichen Kosten von mindestens 5 Millionen Euro, da annähernd alle Leistungsphasen für Straße und Tram neu ausgeschrieben werden müssten.
13. Warum werden bei der Verkehrslösung Mahlsdorf keine E-Busse statt der Tram eingesetzt?
Die Frage wird immer wieder mal gestellt und wurde in der Vergangenheit auf Anwohnerveranstaltungen von der BVG wie folgt beantwortet:
“Mit einer neuen Buslinie zwischen S- und Regionalbahnhof Mahlsdorf und der Straßenbahnhaltestelle Rahnsdorfer Straße kann der 10-Minuten-Takt simuliert werden.
Eine ‚Verstärkerlinie‘ mit dem Bus, also der Einsatz zusätzlicher Busse nördlich der Rahnsdorfer Straße, zusätzlich zur Straßenbahn, ist auf Grund des damit verbundenen Zwangsumstieges an der Haltestelle Rahnsdorfer Str., ab welcher die Straßenbahn bereits im 10-Minuten-Takt Richtung Köpenick verkehrt, für Fahrgäste nicht attraktiv. Weiterhin haben schienengebundene Angebote eine höhere Akzeptanz und werden von den Fahrgästen besser angenommen („Schienenbonus“). Ob ein Bus durch einen elektrischen Motor oder einen Verbrennungsmotor angetrieben wird, hat nur unwesentliche Auswirkungen auf die Bewertung der Vor- und Nachteile des Verkehrsträgers Bus gegenüber der Straßenbahn zur Folge. Der Einsatz von Bussen ist nicht zielführend, da diese im Fahrbahnbereich verkehren und ähnlich wie die Straßenbahn heute im Straßenstau behindert würde.”
Die Präsentation zur Verkehrslösung Mahlsdorf finden Sie hier













